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Mobilität - Einführung



Und, läuft er schon?



Jaaaaaaaaa… schwieriges Thema!

Und zumindest bei uns ein leider seeeeehr langwieriges und umfangreiches.



Ähnlich wie die Auseinandersetzung mit der Umwelt (im „Little Room“) ist auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und dessen Bewegung ein sehr individueller und von Kind zu Kind unterschiedlicher Prozess.

Grundsätzlich sei gesagt: Die Kleinen haben ihren eigenen Zeitplan und ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was wann und wie zu passieren hat!

Dass sämtliche „Elternratgeber“ dabei geflissentlich ignoriert werden dürfen, muss ich hier wohl nicht extra erwähnen.


Auch wenn Physiotherapie für viele blinde Kinder quasi zum Pflichtprogramm gehört, ist das keine Garantie für schnellen Fortschritt. Man braucht einfach Geduld. Viel davon… 




Dazu ein kleiner (und vielleicht auch ein klitzekleines Bisschen genervter) Erfahrungsbericht:


Unser kleiner Augenbohrer ist mittlerweile fast 5 und läuft immer noch nicht. Seufz… leichter wird er trotzdem nicht!


Er bekommt seit seinem 3. Lebensmonat zweimal pro Woche Physiotherapie, und ziemlich schnell hat sich herausgestellt, dass er seinen ganz eigenen Plan hat und überhaupt nicht einsieht, warum er diese Übung jetzt machen soll.

Was er durch anhaltendes und lautstarkes Schimpfen auch sehr deutlich mitteilt.

Klar, es ist anstrengend! Warum quälen wir ihn auch so? Da muss er doch meckern… Er kann doch auch bequem auf dem Rücken liegen und sich betüddeln lassen.



Drehen?

Sich selbst vom Bauch auf den Rücken drehen?

Warum!

„Nee nee nee, Mama, mach du das mal – ich sag dir dann schon Bescheid!“

Allein gedreht hat er sich erst, nachdem wir ihn frech auf den Bauch gelegt und beim „Bescheid geben“ nicht reagiert haben. Da musste er sich doch tatsächlich selbst bemühen, um aus dieser unbequemen Position herauszukommen!

Was soll ich sagen......schlechtes Personal hat er sich da ausgesucht!



Sitzen?

Ähnlich war es beim Sitzen. Kind hingesetzt, zack, umgekippt.

Irgendwann war das Sitzen an sich relativ sicher, er hatte allerdings schnell keine Lust mehr und hat sich einfach wieder hingelegt.

Dann allerdings gewollt und kontrolliert, was ja wichtig und auch irgendwie ein Fortschritt ist.

Sitzen lernen hat ungefähr ein Jahr gedauert und lief zum Glück ohne allzu viel Nörgeln.


Krabbeln?

Bis heute: keine Chance. Macht er nicht! Punkt! Aus! Ende!

Dazu müsste man die Daumen aus den Augen nehmen und das geht echt gar nicht!

Kennt ihr den Niffler aus Phantastische Tierwesen? Den kann er:

Auf die Knie, Popo hoch, Kopf stützt den Körper vorne.

Und die Hände sind frei zum Fühlen, Klopfen oder eben Augenbohren.

Ich habe größten Respekt davor, dass seine Physiotherapeutin das immer noch versucht! Aber die ist auch echt gemein!

Mama hört ja irgendwann auf, wenn er lange genug meckert. Die macht einfach weiter. Frechheit!

( Für die, die keinen Humor verstehen: Das war Sarkasmus! Die Frau ist Toll! )



Laufen?

Ja – mit Festhalten.

Wie der Storch durch den Salat…

Durch ständiges Kopfdrehen bewegt sich dabei der ganze Körper in alle Richtungen gleichzeitig, was dem Gleichgewichtssinn eher weniger gefällt.

Er bekommt langsam raus, dass er die Füße aktiv bewegen muss, erkennt den Sinn der Übung aber noch nicht so ganz.

Und fängt, wer hätte es gedacht, schnell an zu schimpfen.

Manchmal findet er Laufen und wildes Herumhüpfen ganz großartig, aber eben nur dann, wenn es auch in seinen Plan passt.



Und dann plötzlich…

Sich hochziehen? Hat er kürzlich für sich entdeckt!

Immer öfter steht er plötzlich irgendwo, hält sich fest, setzt sich dann wieder (kontrolliert und vorsichtig ...puh!) auf den Po und versucht es erneut. Mit unglaublicher Ausdauer!

Das hatten wir so gar nicht mit ihm geübt. Er bekommt es trotzdem alleine hin.

Und freut sich riesig darüber.

Mama und Papa übrigens noch viel mehr ❤️





Danke für Eure Aufmerksamkeit, weitere Beiträge zm Thema sind noch in Arbeit



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