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Akzeptanz Teil 1

Aktualisiert: 13. Sept.

....ein ernster Beitrag für ein ernstes Thema.




„Akzeptanz beginnt bei mir“



Es gibt Dinge, auf die kann man sich nicht vorbereiten. Elternschaft gehört dazu – und eine Behinderung des eigenen Kindes erst recht. Wir mussten lernen, nicht nur unseren Alltag neu zu organisieren, sondern auch unsere Gefühle. Denn die größte Herausforderung war am Ende nicht die Bürokratie, nicht die Frühförderung, nicht die Arzttermine.

Die größte Herausforderung war: Akzeptanz.


Ich erinnere mich noch genau, wie schwer es am Anfang war. Da war einerseits die bedingungslose Liebe zu unserem Kind – und gleichzeitig Fragen im Kopf wie: „Warum wir?“ oder „Wie soll das jetzt gehen?“Am meisten verunsicherte mich das schlechte Gewissen: Darf man überhaupt zweifeln, wenn man doch sein Kind so sehr liebt?


Heute weiß ich: Akzeptanz heißt nicht, dass man sofort alles gut findet. Sie wächst langsam. Für uns bedeutete das, den eigenen Gefühlen Raum zu geben – Trauer, Wut, Ohnmacht – und gleichzeitig zu sehen, wie viel Stärke und Freude unser Kind in unser Leben bringt.


Akzeptanz ist kein Endpunkt, den man erreicht und abhakt. Sie ist ein Prozess – ein Weg, den wir als Eltern Schritt für Schritt gehen.Manchmal mit Zweifeln, manchmal mit Wut, meistens mit Liebe.

Und irgendwann merkt man: Nicht unser Kind ist das Problem, sondern die Erwartungen, Pläne und Bilder, die wir und andere im Kopf haben. Mit einer unverhofften Diagnose, innerhalb eines Augenblicks, liegen all diese Erwartungen und Bilder in Trümmern.Und mitten in diesem Feld von Trümmern sitzt ein Kind. Mein Kind, das ich einerseits selbst geboren habe, das mir andererseits plötzlich fremd erscheint.


Vor allem Zeit braucht es. Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Zeit, das eigene Kind neu kennenzulernen. Zeit, aufzuräumen, die Trümmer beiseitezuräumen, in die unsere Welt zerfallen ist. Zeit, die Trümmer neu zusammenzusetzen. Zeit, die eigenen Gefühle zuzulassen und zu ordnen. Zeit, die man benötigt, bevor man überhaupt mit anderen Menschen darüber reden oder in Austausch gehen kann. Oder überhaupt möchte.

Und diese Zeit sollte man sich unbedingt nehmen.


Denn Akzeptanz, vor allem die eigene, ist nichts, das uns von außen gegeben wird. Sie ist etwas, das still in uns wächst, im eigenen Tempo, mit eigenen Schritten. Genau wie unser Kind übrigens.

Und genau das ist in Ordnung.




Danke für eure Zeit





 
 
 

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